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Sonntag, 28. Juni 2015

Mair 1 Festival 2015, 2. Tag - Expire, Nasty, Suicidal Tendencies, Terror

Am, 27.6.2015, dem 2. Tag des Mair 1 Festivals 2015, ging es für mich so früh wie noch nie zum Mair 1, nämlich bereits um 14:30 Uhr. Der Grund: um 14.50 Uhr war der Auftritt von Expire - und den wollte ich nicht verpassen.

Als ich ankam, waren auf der großen Bühne gerade (die mir bis dato völlig unbekannten) Bury My Regrets zugange. Das ist eine deutsche Hardcore Band, welche ein solides, gut anzusehende und -hörendes Konzert ablieferten.

Jetzt kam Expire auf die kleinere Bühne. Die CDs von denen gefallen mir sehr gut, also war da schon eine gewisse Erwartungshaltung für das Konzert vorhanden.
Und die wurde nicht enttäuscht. Live hatte die Band genau so viel Power wie auf CD und mehr Energie als ein Dampfhammer mit Überdruck. Aufgrund der (für ein Festival) relativ frühen Stunde waren zwar noch nicht so viel Leute vor Ort, aber das vorhandene Publikum ging trotzdem voll bei dem sehr guter Auftritt von Expire mit.
Expire live auf der Bühne
Danach ging es dann erst Mal wieder nach Hause, weil mich dann erst so richtig wieder die Bands interessierten, die am Abend spielten.

Gegen 19.50 Uhr war ich dann auch wieder auf dem Festivalgelände. Zum dem Zeitpunkt waren noch Caliban auf der großen Bühne. Davon habe ich allerdings nichts gesehen, weil gerade am Eingang zum Festivalgelände eine Motocross Freestyle Show begann. Und so fliegende Motorräder aus der Nähe zu betrachten ist schon recht beeindruckend.

Um 20 Uhr starteten dann Nasty ihre Konzert. Die kannte ich bisher nur vom Namen. Die Band aus dem deutschsprachigen Teil von Belgien lieferten eine gute Show mit viel Interaktion mit dem Publikum ab. Das ging auch ziemlich mit, auch wenn ich so das Gefühl hatte, dass der entscheidende Funk nicht überspringen wollte.

Um 20.50 Uhr war es dann so weit - die Suicidal Tendencies betraten die große Bühne. Lebende Legenden, Veteranen des Hardcore, Inkarnation des Skatepunk und ich behaupte mal so was wie die heimlichen Headliner des Mair 1 2015.
Und: die Show war super gut, ohne wenn und aber. Mike Muir flitze eine Stunde lang wie ein angestochenes Schwein über die Bühne und auch der Rest der Band war voll dabei. Suicidal Style halt.
Zum Song "Possessed to Skate" holte man sich dann noch mal schnell ca. 50 Leute aus dem Publikum auf die Bühne, um dort abzufeiern.
Insgesamt lieferten die Suicidal Tendencies einen tollen, kurzweiligen Auftritt.
ST auf der Bühne des Mair 1
Auf der kleineren Bühne folgten dann Terror. Die Band kannte ich bis dahin auch nur vom Namen und hatte aufgrund dessen eher Metalcore vermutet. Ist es aber nicht - Terror spielt Hardcore-Punk mit leicht metall-lastigem Sound.
Aufgrund einer Rückverletzung des Sängers spielte Terror wohl in leicht veränderter Besetzung, was der Sache aber keine Abbruch tat. Es war eine energie-geladene Hardcore Show, hat mir gut gefallen. Vielleicht sollte ich mir doch mal eine CD von denen kaufen.
Terror live auf dem Mair 1
Den Abschluss des Mair 1 bildeten Millencolin. Und obwohl ich ja gerne Punkrock - auch von schwedischen Bands - höre, konnte ich mit Millencolin noch nie was anfangen. Und, was soll ich sagen: das war auch hier live auf dem Mair 1 nicht anders. Drei Songs angeschaut und nach Hause gegangen. Das ist nichts für mich.

Das Mair 1 war auf jeden Fall auch 2015 ein gutes Festival, was einen Besuch wert war. Ich freue mich schon auf das Mair 1 2016!

Samstag, 27. Juni 2015

Mair 1 Festival 2015, 1. Tag - Strung Out, Agnostic Front, Breakdown of Sanity

Am 26. und 27.6.2015 war es wieder so weit: das Mair 1 Festival 2015 findet statt, an der bekannten Location in der Nähe von Montabaur.

Das Lineup ist wie in den Jahren zuvor schon ziemlich gut, was die Musikrichtungen Hardcore, Metalcore und Punk betrifft, auch wenn mich dieses Jahr die Bands nicht sooo ansprechen (im Vergleich zu einigen anderen Lineups aus den Vorjahren).

Nichts desto trotz ging es auch dieses Jahr wieder zum Mair 1 - ist ja in der Nähe, die Atmosphäre ist immer entspannt und die Organisation sehr gut.

Als ich am 1. Festivaltag ankam, spielten gerade die Emil Bulls auf der großen Bühne ihre letzten beiden Stücke. Klang ganz ok, mehr kann ich dazu nicht sagen.

Danach kamen Breakdown of Sanity auf die kleinere Bühne. Diese Band war mit bis dato völlig unbekannt, aber nach den ersten paar Takten war klar: das ist wohl Metalcore mit Hang zum düsteren - also musikalisch nicht ganz so mein Fall.
Die Show war gut und kam auch beim Publikum sehr gut an, aber leider war der Sound bei der ersten paar Liedern schlecht - außer der wummernden Double-Bass (der in allen Liedern ausgiebig zum Einsatz kommt) und dem Gesang war nicht viel zu hören. Zum Glück wurde das nach drei oder vier Liedern besser und der Sound war so, wie er sein sollte.

Danach waren dann die Bands an der Reihe, weswegen ich heute eigentlich zum Mair 1 gefahren war: Agnostic Front und Strung Out.

Pünktlich betraten Agnostic Front um 20.50 Uhr die große Bühne. Das Urgestein der New York Hardcore fackelte nicht lange und gab ab dem ersten Song Vollgas, so dass der Funke auch direkt auf's Publikum übersprang.
Und wer schon, wie Agnostic Front, seit übr 30 Jahren im Geschäft ist, der weiß natürlich auch, wie man eine gute Hardcore Show aufzieht und spielt. Und so war dieses Konzert eine kurzweilig, unterhaltsame Stunde. Der letzte Song war nochmal ein Highlight, da Agnostic Front den Ramons Song "Blitzkrieg Bop" brachten. Sehr schön.
Agonstic Front auf der Bühne
Dann waren Strung Out auf der kleineren Bühne an der Reihe. Von denen habe ich nur eine CD, das bereits 1992 erschienene Album "Suburban Teenage Wasteland Blues". Und da Strung Out in deren Songs doch trotz kalifornischem Punk Rock einen Hang zum dunklen und melancholischen hat war ich zugegebener Maßen etwas skeptisch, wie die Show werden würde.

Um es direkt zu sagen: die Skepsis war völlig unbegründet. Strung Out spielten ein mitreisendes, Enerigie-gelandenes Konzert vom ersten bis zum letzten Takt. Sehr guter Sound und auch der von der Band oft eingesetzte mehrstimmige Gesang kam live klar und druckvoll rüber.
Unter Strich muss ich dann auch sagen: Strung Out war mit Sicherheit einer der besten Auftritte, die ich bisher auf dem Mair 1 gesehen habe. Super gut.

Strung Out auf der Bühne
Den Abschluss machten dann die Guana Apes. Musikalisch so wie so nicht mein Fall und ehrlich gesagt fand ich die Band aus der Sparte "Rock mit Hang zum Mainstream" auf dem Mair 1 auch ein wenig deplatziert. Zwei Songs habe ich mir angeschaut, bevor ich gefahren bin. Publikum war aber definitiv noch genug da, also an Popularität mangelt es den Guana Apes scheinbar nicht.

Auch wenn ich ja "nur" drei Bands ganz gesehen hatte war's ein guter 1. Tag auf dem Mair 1 2015. Schon alleine wegen des tollen Konzerts von Strung Out.

Dienstag, 29. Juli 2014

Bob Mould "Beauty & Ruin" - Rezension

Am 3.6.2014 war es mal wieder so weit: Bob Mould, legendärer Frontmann von Hüsker Dü, hat sein 13. Studioalbum namens "Beauty & Ruin" veröffentlicht.

Darauf enthalten sind 12 Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 36 Minuten. Nach dem letzten, sehr guten Release "Silverage" aus dem Jahr 2012 ist es spannend zu sehen, ob Bob Mould nochmals so ein fulminantes Album abliefern kann.

Der erste, spontante Eindruck meinerseits beim 1. Lied: "Hm, klingt ja wie Sugar" (was ja keineswegs schlecht ist). Musikalisch schwankt das ganze Album dann immer zwischen Bob Mould und Sugar, wobei auf dem Album auch zwei, drei ruhiger Stücken enthalten sind.

Insgesamt ist das alles aber sehr gut zu hören und auch das ganze Album ist in sich sehr "rund". Aber: das Album hinterlässt keine bleibenden Erinnerung. Weder positiv noch negativ. Während bei "Siverage" eine Vielzahl der Lieder im Ohr bleiben, ist dies bei "Beauty & Ruin" nicht so.

Nichts desto trotz macht jeder neue Hördurchgang Spaß und langweilig wird's auch nicht. Nur die Nachhaltigkeit fehlt. Von daher ein sehr gutes und solides Album von Bob Mould, was absolut hörenswert ist. Aber auch kein echtes Highlight.

Sonntag, 29. Juni 2014

Mair 1 Festival 2014 2. Tag - Risk it!, Comeback Kid, Hatebreed

28.6.2104, 2. Tag des Mair 1 Festivals 2014. Nachdem der 1. Tag schon ziemlich gut war, waren die Gründe für den Besuch am 2. Tag die anstehenden Auftritte der Bands Risk it!, Comeback Kid und Hatebreed.

Leider war an diesem Tag das Wetter schlechter, es gab mehr Regenschauern. Immerhin war es trocken, als ich gegen 20.30 Uhr auf dem Festivalgelände ankam. Auf der Hauptbühne waren gerade Silverstein zu Gange. Tendenziell ruhigerer Post-Hardcore, gut vorgetragen - aber nicht wirklich mein Fall.

Kurz nach 21 Uhr legten dann auch einer kleinen Bühnen am anderen Ende des Festivalgeländes Risk it! los. Eine deutsch Hardcore Band aus Dresden, welche "klassischen" Hardcore spielen. Jedenfalls habe die fünf eine sehr gute Show hingelegt, mit Energie und Überzeugung gespielt. Ein guter Einstieg in den Abend. Aber ich habe die Show (leider) nicht zu Ende schauen können, weil gegen 21.45 Uhr Comeback Kid auf der Nebenbühne spielten.

Comeback Kid habe ich zum ersten Mal vor 6 oder 7 Jahren auf dem Mair 1 gesehen. Heute, ein paar Jahre und Alben später, haben die fünf Kanadier immer noch reichlich "Bums". Besonders der Frontmann hat unglaublich viel Energie, stürmte die ganze Show kreuz und quer über die Bühne und sang (oder schrie...) sich die Seele aus dem Leib. Kein Wunder, dass der Funke ziemlich schnell auf das Publikum übersprang und die Menge in Bewegung kam.
Alles in allem ein sehr gut, energiegeladene Hardcore-Show. Sehr schön!

Den Abschluss des Mair 1 2014 machten dann Hatebreed, welche 2012 schon Headliner waren. Die Band gehört ja zu den "ganz großen" der Hardcore Szene. Ohne großes Intro und viel Schnick-Schnack ging's dann los. Das Publikum war sofort dabei und Frontmann Jamey Jasta hat dabei auch durchaus Entertainer-Qualitäten und weiß, wie man das Publikum mit nimmt. Was, gepaart mit der Bühnenpräsenz der Band, zu einer entsprechend guten Stimmung im Publikum sorgt.
Nur leider fing es um kurz nach 23 Uhr, nach den ersten paar Songs von Hatebreed, ziemlich an zu regnen. Was der Stimmung zwar keinen Abbruch tat, mich aber dazu bewog, dann doch schon gegen 23.30 Uhr die Segel zu streichen und Hatebreed nicht noch ganz zu Ende zu schauen.

Unterm Strich auch das Mair 1 2014 ein super Festival. Ein sehr gutes Line-Up mit einigen "großen" Namen aus der Hardcore Szene, entspannte Atmosphäre und sehr gute Organisation. Wenn das Line-Up stimmt komme ich auch 2015 gerne wieder.

Samstag, 28. Juni 2014

Mair 1 Festival 2014 1. Tag - Walls of Jericho & Ignite

Am 27./28.6.2014 war es wieder soweit: das Mair 1 Festival fand, wie in den Jahren zuvor auch, auf dem Flugfeld von Montabaur statt. Traditionell ist das Festival Hardcore und Punk Rock lastig, wobei dieses Jahr viel mehr Hardcore als  Punk am Start war. Und auch dieses Jahr waren wieder ein paar hochkarätige Bands des Genres vertreten.

Während letztes Jahr netter Weise alle Bands, die ich sehen wollte, an einem Tag gespielt hatten, verteilte es sich diese Jahr auf zwei Tage.

Am Freitag, 27.6.2014 waren Walls of Jericho und danach Ignite am Start. Besonders auf WoJ war ich gespannt. Gegen 19.20 Uhr war ich vor Ort, da hatten gerade die mir bis dato unbekannten Skindred mit ihrem Set begonnen. Erster Eindruck: 20 Jahre zu spät. Diese Mischung aus Reggae und Metal war doch in den 90ern "in". Skindred 1998 wurden übrigens gegründet, passt also doch ;-) . Musikalisch nicht ganz mein Fall, aber durchaus gefällig anzuschauen. Wobei man sagen muss, dass es die Band bzw. besonders der Frontmann es sehr gut geschafft hat, das Publikum "mitzunehmen". Von daher war die Stimmung gut. Nur das Ende kam ein bisschen abrupt, scheinbar aufgrund eines technischen Problems des DJs vor dem letzten Song.

Danach kamen Walls of Jericho auf die kleinere Bühne. Und gaben von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas. 110% Energie, top Bühnenpräsenz und absolut mitreißend. Somit war das Publikum auch direkt dabei und ab dem 3. oder 4. Song lief auch der Circle Pit.
Erstaunlich finde ich immer wieder, mit wie viel Power die Frontfrau Candace Kucsulain singen bzw. growlen kann. Und das, obwohl sie beim Sprechen eine ganz normale, weibliche Stimme hat.
Jedenfalls ein superguter Auftritt. Eine der besten Hardcore Shows, die ich bisher gesehen habe. Sehr geil!

Direkt nach Walls of Jericho waren dann Ignite auf der Hauptbühne an der Reihe. Melodischer Hardcore mit leichtem Emo-Touch, also ab und an auch mal etwas "dunkler" / depressiver. Im direkt Vergleich zu WoJ vorher wirkten Ignite ein bisschen "weich", aber die Show war trotzdem sehr gut. Ein gute Mischung aus neueren und älteren Songs, mal schneller, mal langsamer.  Auch hier war das Publikum direkt dabei und so war es eine kurzweilige, gut anzuschauende und anzuhörende Show. Sehr schön.

Nun war eigentlich Schluss für mich für heute, zumal ich noch auf einer Geburtsfeier eingeladen war. Der nächste Act war "Bam Margera as the Fuckface Unstoppable". Bam Margera ist von "Jackass" bekannt, die Band war zumindest mir bis dato ebenfalls völlig unbekannt. Also habe ich mir noch die ersten 1,5 Songs angehört. Nach einem sehr obskuren Opening ging's dann los. Klingt irgendwie nach einer Mischung aus Hardrock und Stoner Rock, hörte sich jedenfalls ganz gefällig an.

Jedenfalls hatte sich der Besuch am 1. Tag schon alleine wegen der Show von Walls of Jericho gelohnt. Am 2. Tag geht's dann weiter im Risk it!, Comeback Kid und Hatebreed.

Blogbeitrag zum Besuch des 2. Tags des Festivals: Link

Montag, 19. Mai 2014

Me First and the Gimme Gimmes - Are We Not Men? We are Diva!

Vor ein paar Tagen, also Mitte Mai 2014, ist das neue Album der Me First and the Gimme Gimmes mit dem Titel "Are We Not Men? We Are Diva!", das achte Album der Punk-Rock Allstar Band, erschienen.

Wer Me First and the Gimme Gimmes nicht kennen sollten: Die Band ist ein Nebenprojekt von Musikern der Bands NoFX, Lagwagon, Swingin' Utters und Foo Fighters und bezeichnet selbst ganz bescheiden als "The best coverband of the world". Die Band spielt ausschließlich Coversongs von zumeist sehr bekannten Poptitel - und das ganze im Punkrock-Stil.

Jedes Album der Band greift dabei ein bestimmtes Thema auf. Wie der Titel der neuen Platte "Are We Not Men? We Are Diva!" unschwer erahnen lässt, werden hier ausschließlich Titel von Pop-Diven gecovert. Und zwar von den ganz großen wie z.B. Whitney Houston, Celine Dion, Mariah Carry und interessanter Weise auch Boy Georg.

Und, wie man auch schon auf allen anderen Platten der Gimme Gimmes hören konnte: covern können die, und das richtig gut. Zwar werden alle Lieder mit mindestens doppeltem Tempo und punkrockiger Gitarre gespielt, aber alle Songs sind problemlos wieder zuerkennen. Dazu trägt auch sicherlich der sehr gute und klare Gesang von Sänger Spike Slawson bei.

Im Vergleich zu den letzten Veröffentlichungen der Band ist diese Platte etwas pop-punkiger ausgefallen, was der Sache aber keine Abbruch tut. Die Cover der Stücke "My heart will go one" und "Crazy for you" sind dabei sogar noch deutlich ruhiger als die anderen.

Nichts desto trotz ist auch "Are We Not Men? We Are Diva?" eine absolut gelungen Scheibe und eine absolute Empfehlung.
In Sache gut-hörbare und nachhaltig gute Punk-Cover von Pop-Songs sind Me First and the Gimme Gimmes nun mal die absolute Spitze. Und dies zeigen sie auch auf ihrer neusten Veröffentlichung.

Dienstag, 5. November 2013

Bad Religion "Christmas Songs"

Vor ein paar Tagen ist das neue Bad Religion Album "Christmas Songs" erschienen, dass 17. Studioalbum der Band.

Wer der Name schon stark vermuten lässt handelt es sich dabei um Weihnachtslieder, welche Bad Relgion covert. Insgesamt umfasst das Album neuen Tracks mit einer Spielzeit von ca. 20 min. Der 9. Track ist allerdings kein Weihnachtslied, sondern ein Mix des Songs "American Jesus", welches im Original auf "Recipe for hate" enthalten war.

Zu den Weihnachtsliedern: Dies sind naheliegender Weise alles amerikanische Songs, welche ich zumindest nur in Teilen kenne. Das bekannteste Lied ist wohl "White Christmas", gefolgt von "Little Drummer Boy". Auch wird die Englisch Version von "Hört der Engel helle Lieder" zum besten gegeben.
 Musikalisch ist es halt... ja, Punkrock a la Bad Religion mit Weihnachtlieder Texten.

insgesamt recht gefällig, aber kein echter Knaller. Covern ist vielleicht doch nicht stärke von Bad Religion. Das können Me First and the Gimme Gimmes deutlich besser. Die haben allerdings noch keine Platte mit Weihnachtsliedern gemacht...

Dienstag, 29. Oktober 2013

Motörhead "Aftershock" - das neue Album

Am 21.10.2013 war es mal wieder so weit: "Aftershock", das neue Album von Motörhead ist erschienen. Dies ist das 21. Album in der jetzt 38-jährigen Bandgeschichte.

Dafür muss man schon sagen - egal, wie man zu Motörhead steht - Respekt. Das schaffen nur wenige Bands. Bedenkt man noch, dass Lemmy dieses Jahr an Heilig Abend 68 Jahre alt wird und auch die anderen beiden Bandmitglieder über 50 Jahre alt sind muss man wohl nochmals sagen: Respekt. In diesem Alter schleppen sich andere mit Mühe und Not noch in den Musikantenstadl während die drei Motörheads noch agil vor sich hin rocken.

Motörhead erfreuen sich ja in mehreren "Musikkreisen" einer gewissen Popularität. Die Gruppe wird oft dem Heavy Metal zugerechnet, obwohl sie musikalisch damit nach meinem Empfinden am wenigsten zu tun haben. Motörhead ist erst Mal Rock'n'Roll der härteren Gangart, ein bisschen Hardrock, ein bisschen Punkrock und - na gut - ganz wenig Heavy Metal.

Zum Album: Das Album Aftershock ist eigentlich so, wie man es erwartet - und das ist gut so. Wo Motörhead drauf steht ist halt auch Motörhead drin, so muss das sein. Insgesamt 14 Tracks, zwei davon etwas langsamer und ruhiger, der Rest rockt. Mein persönlicher Favorit ist dabei der vierte Track "End of Time ", wo sich die Band besonders spielfreudig zeigt. Insgesamt gehört das Album nach meinem Geschmack zum oberen Drittel der Motörhead-Platten, jedenfalls der mir bekannten.

Also wer Motörhead mag, der kann hier auf jeden Fall bedenkenlos zugreifen. Und wer noch kein Album der Band hat aber doch mal eins kaufen möchte, dem kann Aftershock auch nahe gelegt werden.

Samstag, 29. Juni 2013

Mair 1 Festival - 28.6.2013

Wie jedes Jahr findet im Sommer auf dem Flugplatz in Montabaur das Mair 1 Festival (früher hieß es Mach 1) statt.

Das Lineup ist normalerweise eine Mischung aus Punkrock, Hardcore und Metalcore inkl. diverser Unterspielarten. Dieses Jahr war der Zeitplan so, dass freitags, 28.6.2013, alle Bands spielten, die ich gerne sehen wollte. Sehr praktisch, also wurde der Festivalbesuch für diesen Tag fest in den Kalender eingetragen.

Wie immer war das Parken gut organisiert. Danach noch eine Karte an der Tageskasse gekauft und ab Richtung Eingang.

Nach der obligatorischen Personenkontrolle spielten noch Deez Nuts für ca 15 min. Gefälliger Hardcore, für mich aber ohne Highlights oder besonderen Erinnerungswert.

Dann ging's nach links auf die kleiner Bühne, wo eigentlich H2O spielen sollte. Die kamen aber nicht, stattdessen spielten die mir bis dato unbekannten Bury Your Dead. Schleppender Hardcore mit schweren Stakkato-Riffs. Aber: extrem energiegeladen und mit Überzeugung vorgetragen. Eigentlich ziemlich gut, nur leider sprang der Funke nicht so richtig auf's Publikum über.

Danach kamen Boysetsfire auf der Hauptbühne. Von denen habe ich nur die allererste CD, alles spätere kenne ich nicht. Erster Eindruck: oh, der Sänger hat einen grauen Bart - hier sind also noch mehr "alte" Leute :-) . Die Show war dann wie erwartet Emo-Core, mal mehr mal weniger poppig. Auf jeden Fall gut anzuschauen, anzuhören und unterhaltsam. Leider war nur der Sound zwischendurch ein bisschen dünn und leise.
Boysetsfire
Weiter ging es dann mit der Band, wegen der das Mair1 dieses Jahr in erster Linie besucht wurde: H2O, einer meiner am meisten favorisierten Hardcore-Bands überhaupt. Dies war übrigens das erste Konzert auf der aktuellen Europa-Tour. Und was soll man sagen: Vollgas von der ersten bis zur letzten Sekunde und auch das Publikum war von Anfang bis Ende voll dabei. So geht eine gute Hardcore Show!
H2O
Darauf ging's gleich weiter mit NYHC: die legendären Sick of it All standen auf dem Plan. Gut, die habe ich schon zwei Mal hier auf dem Festival gesehen und auch sonst (früher) schon drei oder vier Mal. Aber: live wirklich immer wieder gut. Nun hat SOIA natürlich auch genug Hits, Routine und Bühnenpower im Gepäck, um eine komplette Show zu rocken. Und so ging es dann auch hier wieder gut zur Sache und das Publikum zog direkt mit. Zwar gab's heuer keinen Circlepit um den Mischerturm, aber beim vorletzten Lied "Scratch the surface" eine Wall of Death. Und beim letzten Lied "Step down" wurde von allen nochmal alles gegeben. Fazit zu SOIA: gut und unterhaltsam wie immer.

Sick of it All
Nach SOIA kam dann eine Pause, weil die "Zwischenband" wohl nicht da war - Stau auf der Autobahn... Irgendwann ging es dann doch los. Wie die Band hieß habe auch leider nicht mit bekommen. Macht nix, weil es überhaupt nicht mein Fall war. Irgendeine Mischung aus Deathmetal, Prog-Metal und Emocore. Und der Sänger hat zwischendurch ganz schlimm gegrunzt... Also lieber auf die letzte Band warten.

Den Abschluss machten NoFX. Die erste Platte von NoFX habe ich sicherlich vor über 20 Jahren gekauft - live gesehen habe ich diese kalifornische Punkrock Legende aber noch nie. Spannend also, was jetzt wohl kommt...
Und es war: lustig und unterhaltsam. Als erstes kam Fat Mike (Sänger & Bassist) auf die Bühne, schaute sich um und frage, wo denn der Rest seiner Band sei. Na ja, wenn diese nicht kämen würde er halt eine Stunden lang reden. Als dann alle da waren ging's los. Songs hat NoFX ja genug im Gepäck und es wurde eine gelungene Mischung aus alten, neuen, langsamen und schnellen Liedern gespielt. Zwischendurch immer wieder ein bisschen lustiges Erzählen und Interaktion mit dem Publikum. Und durchweg hervorragend gemacht. Und außerdem hatte NoFX den besten Sound von allen Auftritten.

Gegen Mitternacht war dann Schluss - ein sehr gelungener Festvialabend.

Noch ein Wort zum Festival an sich: wie die Jahre zuvor auch war alles top organisiert.  Zügige Personenkontrolle am Einlass, viel Platz innen, ordentliche sanitäre Anlagen, genug Verpflegungsstände ohne lange Schlangen. So macht das ganze auch außerhalb der Musik Spaß.


Samstag, 26. Januar 2013

Hatebreed "The Divinity of Purpose" - Rezension

Am 25.1.2013 ist das neue Album von Hatebreed erschienen. Dieses trägt den Titel "The Divinity of Purpose". Hatebreed gehört ja bekanntlich zu den bekannteren (und erfolgreicheren) Metalcore / metalllastigen Hardcore Bands.

Nachdem der letzte Release schon knapp vier Jahre her ist, wurde es auch Zeit für ein neues Album. Im Vorfeld wurde das Album schon ziemlich gelobt, so war es z.B. im Metal Hammer das "Album der Woche". Entsprechend gibt es da zum Release eine gewisse Erwartungserhaltung...

Nach ein paar Mal hören muss ich sagen: Nicht schlecht bzw. ganz gut, aber nicht der Oberhammer. Oder anders gesagt: Nach meiner Meinung und meinem Geschmack gibt es bessere Alben von Hatebreed (wie z.B. das 2009 erschienenen "Hatebreed" und das 2006 veröffentlichte "Supremacy").

Die beiden letztgenannten Alben (und auch die davor) überzeugen durch präzise Stakko-Riffs und einem sehr tightem Zusammenspiel von Drums, Bass und Gitarre. "The Divinity of Purpose" hat diese Elemente zwar auch noch, geht aber viel mehr richtigen (klassischem) Hardcore mit Hatebreed Sound. Also etwas weniger Metal als bisher. Was ja eigentlich nichts schlechtes ist bzw. durchaus gut sein könnte. Aber irgendwie fehlt Hatebreed auf der Platte der Druck und die "Durchschlagskraft" der Vorgängeralben. Sowohl, was die Musik angeht, also auch beim Gesang.

Fazit: "The Divinity of Purpose" ist ein gutes Album, was sich über die Spieldauer von 34 Minuten ganz gut hören lässt. Aber: es ist nach meinem Geschmack nicht das Highlight der Diskographie von Hatebreed - da gab es schon bessere Alben.

Montag, 21. Januar 2013

Bad Religion "True North" - Rezension

Am 18.1.2013 ist das neue Album von Bad Religion Namens "True  North" erscheinen. Das 16. Studioalbum seit der Gründung im Jahre 1980.

Gut, bei so vielen Alben nach so vielen Jahren und nach wie vor dem Punkrock treu muss Bad Religion sich und anderen sicherlich nichts mehr beweisen. Zumal die Band  auch trotz kommerziellem Erfolg nach wie vor von der "Szene" akzeptiert wird.

Das neue Album ist sehr gut - keine Frage. Nach ein paar Sekunden hören ist klar: das ist Bad Religion. Stilistisch wie eh' und je, aber an keiner Stelle langweilig oder altbacken. Alle Songs klingen frisch und neu, ohne auch nur eine Sekunden von der bewährten Bad Religion Route abzuweichen oder gar in irgendeiner Form experimentell zu werden.

Musikalisch liegt True North auf einer Linie mit dem letzten Release "The Dissent of Men" und ist auch näher an den Platten von 1988 - 1990 als an den der "Brett Gurewitz freien Zeit". Wie gesagt: alles gut, keine Ausfälle. So muss das sein.

Textlich ist die Platte natürlich auch auf dem gewohnten (und erwarteten Niveau): Bad Religion hat etwas zu sagen, Plattitüden oder Klischees gibt's hier nicht.

Das Fazit ist hier einfach: Wer gerne Punkrock hört, der braucht auch "True North" von Bad Religion.

Freitag, 21. Dezember 2012

xLooking Forwardx "The Path We Tread" - Rezension

Hardcore Bands gibt es viele. Solche, die mir richtig gut gefallen nicht so viele.

Auf xLooking Forwardx bin ich zufällig gestoßen, beim Stöbern auf revhq. Wenn ich mich richtig erinnere durch einen Querverweis von einer Seite zu Good Clean Fun.

Nach dem Probehören auf Amazon habe ich mir dann das Album "The Path we Tread" von xLooking Forwardx" dort gekauft. Und ich muss sagen: Sehr gut!

xLooking Forwardx ist eine sehr gelungene Mischung aus klassischem Hardcore und "modernem", druckvollen Sound. Das Tempo ist überwiegend im "normalen" Hardcorebereich (was manche wohl als "schnell" bezeichnen), mit ein paar eingestreuten Mid-Tempo Breakdowns. Das ganze ist 29 min bzw. 19 Songs lang.

Ansonsten ist die Platte ziemlich schnörkeslos: keine Soli, keine ausufernden Intros, kaum Crew-Vocals. Einfach Hardcore mit relativ viel Gesang. Und vor allem: energie-geladen! Aber auch hier: einfach nur Energie, frei von Aggression usw.

Wer Bands wie Good Clean Fun oder auch die aktuelle Pennywise mag, der sollte mal ein Ohr auf xLooking Forwardx werfen. Auch, wenn die Platte schon aus dem Jahr 2005 stammt.

Eine kleine, interessanten Randnotiz noch zum Schluss: Die deutsche Wikipedia hat eine Seite zu xLooking Forwardx - das Englische Wikipedia nicht. Normal ist es eher andersherum. Zumal die Band aus den USA stammt.

Montag, 1. Oktober 2012

Pennywise "All or Nothing"- Rezension

Ok, ok - das Album ist nicht mehr neu. Erschienen am 1.5.2012, also heute genau vor fünf Monaten. Gekauft habe ich es vor ca. zwei Wochen. Hätte ich vorher gewusst, wie gut das ist, hätte ich es am 1.5. schon gekauft.

Pennywise höre ich schon sehr lange, so seit Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrtausends ;-) . Nur waren alle Alben nach "Staight Ahead" nach meinem Geschmack nicht mehr sooo dolle. "The Fuse" (2005) und "Reason to believe" (2008) habe ich mir gar nicht mehr gekauft. Ein Indiz dafür, dass die Luft raus war, ist auch die Trennung des Sängers Jim Lindberg von der restlichen Band 2009.

2012 kam dann das neue Album "All or Nothing" mit dem neuen Sänger Zoli Teglas, seines Zeichens auch Sänger bei Ignite. Von Ignite habe ich auch Sachen. Nicht schlecht, aber nach meinem Geschmack auch nicht der Kracher. Daher war ich skeptisch bei der neuen Pennywise.

Aber: alles Quatsch! Pennywise ist wieder da, und das richtig. Endlich wieder straighter Melodic Hardcore mit sehr gutem Gesang von Zoli, der auch anders (=besser!) als bei Ignite klingt. Passt sehr gut zusammen. Tempo-mäßig spielt Pennywise ja so wie so in der schnelleren Liga, so auch auf diesem Album. Und es gibt auch einige Stücke, die recht "catchy" sind, ohne poppige zu wirken (wie z.B. das 5. Stück namens "Let us hear your voice" - einer meiner Favoriten). Ansonsten gibt's noch schöne Singalongs und Crew-Vocals.

Fazit: Sehr gutes Punkrock / Melodic Hardcore Album. Meines Erachtens das beste, was Pennywise seit über 10 Jahren abgeliefert haben.

Bob Mould "Silver Age" - Rezension

Bob Mould ist in der Alternative Musikszene hinreichend bekannt. Als Mitglied der heutzutage legendären Band Hüsker Dü und auch als Gründer und Kopf der (sogar kommerziell erfolgreichen) Band Sugar.

Hüsker Dü existiert seit 1987 nicht mehr und Sugar seit 1995. Bob Mould war seitdem musikalisch stets aktiv. Aber, sagen wir mal so: der kreative Output war nicht immer wirklich nach dem Gusto der Liebhaber von Hüsker Dü und Sugar.

Mit dem aktuellen, heute erschienen Release ändert sich dies jedoch mit Sicherheit: "Silver Age" heißt das aktuelle Album - und das vereint das beste von Hüsker Dü und Sugar. Spielfreudiger, straighter Alternative Rock mit durchaus poppigen Einschlag. Sehr gut und abwechlungsreich - und einfach - zu hören. Im Vergleich zu Sugar ist das Songtempo durchweg etwas höher. Macht aber nichts - dadurch rockt es ein wenig mehr.

Fazit: Bob Moulds kann's also immer noch. Wer Hüsker Dü oder Sugar mag, der sollte sich diesen Release auf jeden Fall zulegen. Es lohnt sich!

Dienstag, 17. Juli 2012

OFF! "OFF"!" - Rezension

Vor nicht all zu langer Zeit ist das erste "full length" Album von OFF! erscheinen. Der Einfachheit halber lautet der Albumtitel genau so wie der Name der Band, also OFF!.

OFF! ist eine kalifornische Punkrock-Band rund um Keith Morris , seines Zeichens Gründungsmitglied von Black Flag und Sänger der Circle Jerks. Ein Urgestein der Punkrock-Szene also.

Apropos Black Flag: Soundmäßig liegt OFF! ziemlich nah an den frühen Black Flag, ohne aber wie eine Kopie zu klingen. Die Band schafft es dabei, den Punksound der frühen 80er (des letzten Jahrhunderts) in die Gegenwart zu transportieren und dabei frisch und up-to-date zu klingen. Wer also Black Flag oder generell kalifornischen "old school" Punkrock mag, der liegt mit OFF! auf jeden Fall richtig.

Noch ein Wort zum Thema "full length" Album: Punkrock (und Hardcore) Alben zeichnen sich ja selten durch episch lange Lieder aus. Manch einer legt sogar die Länge (oder besser: Kürze) der Songs als Qualitätsmaßstab an. Und hier liegt OFF! auf jeden Fall auch ganz weit vorne: 16 Titel, der kürzeste 41 s, der längste satte 1.36 min. Gesamtspielzeit etwas weniger als 16 Minuten. 16 sehr gute Minuten.

Dienstag, 17. Januar 2012

Nomeansno "Mr. Wright and Mr. Wrong: One down and two to go" - Rezension

Zugegeben: ich dachte, ich kenne und habe alle Nomeansno Alben. Dieses hier, datierend auf 1994, ist mir dabei wohl entgangen... Jedenfalls habe ich es jetzt erst (online zusammen mit der Tour EP 2) erstanden).

Laut der englischen Wikipedia enthält das Album ein zu Zusammenstellung aus alten Songs (1979/1980), Liedern von den "Why do you call me Mr. Happy" Aufnahmen und ein paar neue Tracks (na ja, neu bezogen auf 1994...). Die meisten Tracks sind wohl von Rob und John Wright als Duo eingespielt, da Nomeansno 1994 keinen Gitarristen hat (Tom Holliston kam erst nach diesem Album offiziell zur Gruppe).

Der Release kommt so auf 16 Tracks und eine Spielzeit von ziemlich genau 60 min. Und, was soll ich sagen: 60 gute Minuten! Man hört zwar ein wenig, welche Songs älter sind, aber nichts desto trotz wird die Platte durchweg homogen. Was auch sehr schön ist: Die Platte zeigt sehr gut das gesamte Repertoire von Nomeansno, von schneller, punkrockiger Stücken über die etwas vetrackten "Jazzpunk" Sachen bis zu den langsamerer, melancholischen Songs.

Auch wenn man dein Eindruck haben könnte, dass hier die Reste zusammengekrazt wurden: Nein, wurde nicht. Jedenfalls ist der Release qualitativ ohne weiteres auf Augenhöhe mit den den anderen CDs / Platten von Nomeansno.

Fazit: Muss man haben. Keine Frage. Und Nomeansno ist bekanntlich so gut, dass das eigentlich jeder haben sollte. ;-)

Sonntag, 15. Januar 2012

Front 242 Live in Heerlen, NL, 14.1.2012

Falls sich jetzt jemand wundert, dass ich bei einem Front 242 Konzert war: Nein, ich höre keine EBM oder Elektro. Die einzigen Ausnahmen: manche Sachen KMFDM und eben Front 242. Wobei ich von letzteren nur zwei CDs besitzte, nämlich die beiden Live-CDs.

Vor 14 Jahren ich Front schon mal live in Bonn gesehen, in Bonn bei der :Re:Boot: Tour. Das war damals ziemlich genial. Jetzt war es dann wieder mal so weit: 14.1.2012, in Heerlen (Niederland).

Zur Location: Konzertort war das Theater in Heerlen. Ein richtiges Theater, aber moderner Bauart mit mehreren Räumen. Der "Limburger Zaal" (so der Name des Raums) fasst 600-800 Leute und ist breiter als tief. Sprich: jeder war nah an der Bühne. Auch gut.

Noch ein Wort zum Publikum: Jünger als 30 Jahre war glaube ich keiner, der Schnitt lag so bei ca. 40. Halt alles Front-Fans der ersten Stunden, die auch heute noch zu Front stehen.

Die Vorband war "Plastic Noise Experience". Gefälliger, intelligent gemachter Elektropop / EBM mit stark verzerrtem Gesang. Nicht schlecht, aber insgesamt ein bisschen statisch und ein bisschen fehlender "Bums".

Um ca. 21.30 Uhr war dann die Zeit reif für Front 242. Schon nach dem Intro war klar: Das wird gut! Super Sound, klar, prägnant, nicht zu laut. Und nach dem dritten Song ("Moldavia") war der ganze Saal in Bewegung. Und eins ist auch klar: Front 242 wissen, wie man ein gutes Konzert spielt. Fulminanter Start, zur Mitte hin etwas ruhiger und dann zum Ende noch Mal Vollgas. Die Songauswahl war ein geschickte Mischung aus den "Hits" (wie Headhunter, Im Rhythmus bleiben, Body to Body, Relgion) und anderen Stücken.

Was auch schön ist bei Front: Live werden die Stücke immer "aktualisiert". Das heißt, dass nicht einfach das Original 1:1 gespielt, sondern leicht variiert wird. Hier eine kleine Änderungen des Beats, dort ein modernerer Synthi-Sound. So klinge die Stücke immer frisch, interessant und "up-to-date", ohne jedoch den Bezug zum Original zu verlieren.

Das ganze wurde untermalt von einer sehr gut abgestimmten Licht- und Videoshow. Nicht minimalistisch, nicht bombastisch, sondern auf den Punkt präzise und perfekt zum jeweiligen Song passend.

Fazit: ein sehr gutes Konzert! Wer auf elektronische Musik steht, welche auch nur grob in Richtung EBM geht, der sollte sich Front 242 live anschauen. Denn: Die Show rockt richtig! 

Donnerstag, 5. Januar 2012

Nomeansno "Tour EP 2" - Rezension

Die Tour EP 2 ist zwar schon seit Sommer 2010 raus - aber ich habe sie erst in den vergangen Tage online in den USA gekauft. Vielleicht habe ich zu lange gewartet, dass Amazon das Ding endlich anbietet. Ist aber nicht der Fall. Wobei die aber komischerweise die Tour EP 1 haben. Egal.

Genau so wie die 1. EP enthält die Tour EP 2 ebenfalls vier Tracks. Während die Nr. 1 aber ziemlich ruhig ist, ist die Nr. 2 etwas rockiger. Rockig a la Nomeansno halt. Und recht "fröhlich".

Spieltechnisch und songtechnisch ist der Release auf gewohnt hohem Nomeansno Niveau. Ausgefuchstes Drumming, rollenden Basslinien, perfekt passende Gitarrenriffs und der bekannt Gesangsstil von Rob Wright. Alles halt, was Nomeansno ausmacht.

Die EP enthält insgesamt vier Tracks, mit einer Gesamtspielzeit von rund 25 min. Der 1. Track ist min 4 min recht kurz, die anderen drei liegen zwischen 6 und 8 min. Aber wer Nomeansno kennt weiß: auch wenn die Lieder lang sind wird's nicht langweilig.

Das Fazit ist klar: wer Nomeansno mag, der muss diesen Release auch haben. Wer Nomeansno nicht kennt hat so wie so was verpasst. ;-)

Freitag, 16. Dezember 2011

Beastie Boys "Hot Sauce Commitee Part II" - Rezension

"Hot Sauce Committee Part II" ist zwar nicht mehr brandneu (der Release ist ca. 6 Monate her), nichts desto trotz schreibe ich dazu noch was.

Wenn ich mal Hip Hop höre, bevorzuge ich normalerweise selektierten deutschen Hip Hop (es gibt und gab halt nicht viele, die auf Deutsch wirklich gut und mit Sinn rappen können, aber das ist ein anderes Thema...). Die Beastie Boys sind einer der wenigen englische-sprachigen Rapper, welche ich mir anhöre.

Also es ist nicht so, dass ich wirklich viel Beastie Boys hören würde. Irgendwo habe ich  - glaube ich zumindest - den Klassiker "License to Ill" und sicher "Beastie Boys Anthology: The Sounds of Science", letzteres ist aber auch schon über 10 Jahre alt.


Nun, jedenfalls habe ich mir die Tage den letzten Release "Hot Sauce Committee Part II" gekauft. Und ich muss sagen: coole Sache! Rappen können die drei Jungs definitiv. Entspannter Flow, keine Platitüden, kein Pseudo "ich bin härter" Gehabe.


Musikalisch ist die CD ein interessanter Mix auf klassischen, old-school lastigen Beat gemischt mit ein bisschen elektronischer Untermalung und Effekten. Ein Track ("Lee Majors comes again") ist scheinbar "live" eingespielt, also mit Schlagzeug, Bass und Guitare. Ist aber immer noch Hip Hop, also nicht so rockig wie z.B. der Klassiker "Sabotage".


Was aber an dieser Platte wirklich bemerkenswert ist: man kann sie problemlos von Anfang bis Ende durch hören. Bei den 16 Tracks ist kein Ausfall dabei, die Zusammenstellung ist sehr gelungen und abwechslungsreich. Fazit: ein sehr gelungener Release der Beastie Boys!

Donnerstag, 15. Dezember 2011

H2O "Don't Forget Your Roots" - Rezension

"Roots - don't forget your roots" singen H2O bekanntlich auf ihrem ersten Release 1996. Jetzt, 15 Jahre später, erscheint ein Album mit diesem Titel. Darauf würdigen H2O ihre "roots", also musikalischen Einflüsse.

Herausgekommen ist ein 40-minütiges Album mit 15 Tracks, erschienen Mitte November 2011. Gecovert wird hauptsächlich Hardcore und Punk diverser älterer Szenengrößen wie Bad Brains, SOIA, Gorilla Biscuits, Descendens, Ramons aber auch z.B. The Clash.

Musikalisch sind alle Cover sehr nah am Original dran. Sowohl was das Spiel als auch den Gesang angeht. Wenn man es nicht wüsste wäre es stellenweise ziemlich schwer überhaupt zu hören, dass es H2O ist.

Das ist auch mein größter Kritikpunkt an diesem Release: er hat keine Eigenständigkeit. 15 sauber eingespielte Tracks machen noch keine gute CD. Das ganz ist zwar nicht schlecht, aber halt ziemlich druck- und kraftlos. Das H2O das auch wesentlich besser kann zeigt z.B. das - wenn auch schon etwas ältere - Cover von Ice Cube's "It was a good day".

Auch wenn H2O sonst zu meinen Favoriten gehört muss ich hier leider sagen: Die CD muss man nicht haben. Hoffen wir mal, dass H2O mit dem nächsten regulären Album wieder zur alten Stärke und zur Power der anderen Releases zurück kehrt.