Freitag, 21. Dezember 2012

xLooking Forwardx "The Path We Tread" - Rezension

Hardcore Bands gibt es viele. Solche, die mir richtig gut gefallen nicht so viele.

Auf xLooking Forwardx bin ich zufällig gestoßen, beim Stöbern auf revhq. Wenn ich mich richtig erinnere durch einen Querverweis von einer Seite zu Good Clean Fun.

Nach dem Probehören auf Amazon habe ich mir dann das Album "The Path we Tread" von xLooking Forwardx" dort gekauft. Und ich muss sagen: Sehr gut!

xLooking Forwardx ist eine sehr gelungene Mischung aus klassischem Hardcore und "modernem", druckvollen Sound. Das Tempo ist überwiegend im "normalen" Hardcorebereich (was manche wohl als "schnell" bezeichnen), mit ein paar eingestreuten Mid-Tempo Breakdowns. Das ganze ist 29 min bzw. 19 Songs lang.

Ansonsten ist die Platte ziemlich schnörkeslos: keine Soli, keine ausufernden Intros, kaum Crew-Vocals. Einfach Hardcore mit relativ viel Gesang. Und vor allem: energie-geladen! Aber auch hier: einfach nur Energie, frei von Aggression usw.

Wer Bands wie Good Clean Fun oder auch die aktuelle Pennywise mag, der sollte mal ein Ohr auf xLooking Forwardx werfen. Auch, wenn die Platte schon aus dem Jahr 2005 stammt.

Eine kleine, interessanten Randnotiz noch zum Schluss: Die deutsche Wikipedia hat eine Seite zu xLooking Forwardx - das Englische Wikipedia nicht. Normal ist es eher andersherum. Zumal die Band aus den USA stammt.

Das ist es wieder... Synaptic

Ich habe in der Vergangenheit schon mehrfach erwähnt, dass das Software-Center und ich nicht die besten Freunde sind. Seit ein paar Tagen ist es auch wieder soweit: Synaptic ist zurück auf dem System.

Der Grund war gar nicht unbedingt, dass ich mit Synaptic besser Software nachinstallieren kann (macht ich so oder so kaum), sondern das man mit Synaptic viel besser und umfangreicher Infos zu den Paketen bekommt.

Für den Wikiartikel zu den Unity Lenses braucht ich ein paar Infos, die in der Paketbeschreibung drin sind. Im Software-Center habe ich diese nur teilweise gefunden. Unter Synaptic war alles schön übersichtlich aufbereitet.

Klar, man kann auch im Terminal ein "apt-cache show PAKETNAME" eingegeben und bekommt die Info auch. Aber gerade wenn man Infos zu mehreren Paketen braucht ist die kombinierte tabellarischen und Reiter-Darstellung von Synaptic übersichtlicher und kompakter.

Zur Ehrenrettung des Software-Centers muss man vielleicht noch dazu sagen, dass das Software-Center (bewußt?) nicht für diese technischen Dinge konzipiert ist. Es ist wohl eher für die einfache Installation von Software (sowohl aus den Quellen als kommerziell) ausgelegt und von Konzept und Bedienung an die gängigen App-Stores für Smartphones und Tablets angelehnt.

Na ja, jedenfalls ist nach Synaptic dann wieder zurück gekehrt. Und das nach nur ca. 8 Wochen Abwesenheit (vor 8 Wochen habe ich den letzten Rechner von mir mit GUI von 10.04 LTS aus 12.04 LTS aktualisiert).

Sonntag, 16. Dezember 2012

Tschüß Y! Mail - Welcome K-9!

Ich habe schon seit gefühlt ewiger Zeit ein Mail-Konto bei Yahoo. Und der Rest der Familie auch. Daher war es auch naheliegend, Yahoo! Mail für Android auf dem Samsung Galaxy Tab zu installieren, als wir dieses vor ein paar Monaten neu gekauft hatten.

Die bisherige Version war zwar nicht wirklich ein Glanzstück an Usability und Optik, aber war brauchbar und lief stabil.

Vor ein paar Tagen hat Yahoo die Webmail-Oberfläche aktualisiert (was IMHO gut gelungen ist, aber das ist ein anderes Thema) und mehr oder minder zeitgleich Y! Mail for Android runderneuert. Die Optik ist in der Tat besser (und einheitlich mit der Weboberfläche) und die Benutzbarkeit (ebenfalls quasi identisch mit der Weboberfläche) ist auch besser, ABER: die Version ist instabil wie sonst was.

Schlecht war schon, dass ich drei von fünf Konten erst Mal neu einrichten musste, weil die Datenübernahme aus der alten Version nicht funktioniert hat. Gut, dass macht man 1x, wäre als verschmerzbar gewesen. Wirklich schlimm war aber, dass das Prog bei jedem (!) Löschen einer Mail - egal ob Eingang, Ausgang oder Spam-Ordner - mit einer perfekten Zuverlässigkeit abgestürzt ist. Da das Löschen einer Mail nun mal eine Operation ist, die oft durchgeführt wird, hat sich das Programm damit als unbrauchbar deklassiert. Hier besteht dringendster Nachbesserungsbedarf seitens Yahoo. Na ja, besser wäre vielleicht, wenn Yahoo diese Version erst gar nicht veröffentlicht hätte...

Ich habe dann den "Tipp" bekommen, mal K-9 Mail zu probieren. Habe ich auch. Fazit nach 3 Tagen Nutzung: viel besser. Erst Mal ist es stabil (was ja eigentlich Grundvoraussetzung sein sollte), der Umgang mit mehreren Konten ist ganz gut gelöst, die Funktionalität ist sehr gut - alles drin, alles dran. Nur die Optik ist ein wenig... na ja, lahm. Aber da es uns ja nur um die Funktion geht ;-) kann man damit ganz gut leben.

Yahoo! Mail for Android hat dann damit erst Mal ausgedient.

Montag, 22. Oktober 2012

Canonical das Root-Recht entziehen - Kommentar zum Editorial LinuxUser 11.2012

"Auf meinen Rechnern jedenfalls entziehe ich Canonical das Root-Recht, ein für allemal". So lautet der letzte Satz des Editorials von Jörg Luther, seines Zeichens Chefredakteur des LinuxUser Magazins. Das komplette Editorial kann man online im Internet nachlesen: Link. In diesem besagten Editorial schießt Herr Luther ziemlich scharf gegen Ubuntu bzw. im Detail gegen die Unity Shopping Lens und den Umgang mit Kritik seitens Canonical zur selbigen.

Ich weiß nicht, wie andere das Empfinden, aber nach meinem Empfinden neigt Herr Luther in seinen Editorialen zu übertrieben negativen und stark polarisierenden Sichtweisen. Die Editorale seines Kollegen Jan Kleinert, Chefredakteur des Linux Magazins, gefallen mir stilistisch da deutlich besser - aber das ist ein anderes Thema. Also, Herr Luther schießt scharf gegen Canonical und Mark Shuttelworth. Das ist durchaus legitim - und in Editorialen auch nicht unüblich - schließlich stellt es seine persönliche Meinung dar.

Meckern kann jeder, Konsequenzen daraus ziehen und Dinge besser machen nicht. Eine Konsequenz von Herrn Luther leitet sich aus dem letzten Satz des Editorials ab, welcher auch oben zitiert ist: Ubuntu-freie Rechner. Kontrollieren kann das der Leser so oder so nicht, aber ich glaube ihm das Mal. Nun, reicht das? Liest man das Editorial würde ich sagen: nein, reicht nicht. Schließlich wirft er Canonical mangelnden Schutz der Privatsphäre der Nutzer vor und bezeichnet das "wie" des Umgang mit Kritikern zum diesem Thema als "bodenlose Frechheit". Da wäre es doch z.B. nur konsequent, die Leser von LinuxUser zu schützen und bei zukünftigen Ausgabe keine Ubuntu-Version auf CD oder DVD beizulegen. Wer will wissentlich Software verbreiten, die die Privätsphäre untergräbt? Ich werde das dann mal beobachten. Oder vielleicht überwiegt dann doch der Kommerz-Gedanken - LinuxUser bezahlt sich ja auch nicht von selbst - und es liegt Ubuntu bei. Trotz Kritik "zieht" Ubuntu immer noch und ist ziemlich populär.

Ein bisschen blöd ist natürlich für Herrn Luther vielleicht auch, dass es im gleichen Verlag ein Magazin Names "Ubuntu User" gibt, welches allein wegen der Existenz Ubuntus Geld verdient. Na ja, vielleicht entzieht Herr Luther den Redakteuren ja das Zugangsrecht zu seinem Büro? Nein, wohl kaum. Die können ja nichts dafür, was Canonical veranstaltet. Und jeder darf ja nach wie vor "seine" Linux-Distribution wählen. Und wer Ubuntu nicht will - so wie Herr Luther - der hat bekanntlich reichlich Alternativen. Auch ohne, dass jemand Disto-Bashing betreibt.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Upgrade auf Ubuntu 12.10

Heute morgen habe ich den 1. Rechner von Ubuntu 12.04 auf 12.10 upgegradet. Der gewählte Weg war die Softwareaktualisierung. Also erst Mal die "Neue Version" Benachrichtigung auf "alle" (statt nur LTS) umgestellt und los geht's. Gut, bei nur DSL1000 dauert der Download halt ein wenig...

Da ich nur sehr wenig zusätzliche Software außer der der Standardinstallation drauf habe - und wenn dann aus den offiziellen Quellen - lief das Upgrade auf Quantal ohne Probleme durch.

Dann kam ein immer noch spannender Moment: der 1. Start. Im GRUB2 Menü steht nur noch "Ubuntu", ohne Angabe der Kernel-Version. Nicht schlimm, mal sehen was da steht, wenn mehr als ein Kernel installiert ist. Beim Login-Bildschirm gibt's einen neuen Punkt, über den man sich auf entfernten Rechner via RDP anmelden kann. Werde ich bei Gelegenheit mal mit dem 2. Rechner testen. Wer jetzt mehr wissen möchte gibt am besten in der Suchmaschine seiner Wahl als Suchbegriff "ubuntu 12.10 remote login" ein.

Optik hat sich leicht geändert, aber das ist mir ziemlich gleich. Was direkt ins Auge fällt: zwei neue Icons im Starter. Eins für Amazon, eins für das Ubuntu One Music Store. Beides sind WebApps. Beide grundsätzlich nicht verkehrt, aber nix, was ich im Starter brauche. Also gerade gelöscht.

Als nächstes dann mal das viel und heiß diskutierte Thema angeschaut: Unity Shopping Lens. Funktioniert ;-) und sogar ziemlich flott. Was das jetzt bringen soll (mal völlig unabhängig davon, ob irgendwer dafür Geld bekommt) weiß ich nicht. Wenn ich was Suche, dann gehe ich direkt zu Amazon. Gibt ja auch eine Webapp... Na ja, da ich aber relativ wenig über Dash startet bleibt's erst Mal aktiv.

Unter Ubuntu 12.04 war Rhythmbox ja ein echtes Problemkind. Die Situation hat sich inzwischen ein bisschen geändert: Eine funktionierende Amazon Integration gibt's so oder so nicht mehr und der iPod weicht demnächsten einem Samsung Galaxy. Bleibt also nur noch das Thema CD-Rippen, welches unter 12.04 nicht funktioniert. Unter 12.10 zeigte ein 1. schneller Test, dass es funktioniert. Sehr schön.

Ansonsten ist das Systemmenü (das rechts oben über das "Zahnrad"-Symbol erreichbar ist) aufgeräumt und ist meines Erachtens besser strukturiert. Allerdings ist die Aktualisierungs-Verwaltung nicht mehr enthalten? Warum auch immer. Diese ist aber nach wie vor über das Dash erreichbar.

Alles anderen, was ich so nutze, funktioniert auch ohne Probleme (Shotwell, Emphathy).

Alles in allem würde ich sagen war das - zumindest bei mir - eines der problemlosesten Distribution-Upgades, die ich bisher mit Ubuntu gemacht habe.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Grafikformate online konvertieren

Aktuell hatte ich das "Problem", dass ich eine .jpg Datei nur mit einer Größe von 100x100 Pixeln bei 100 DPI hatte, sie jetzt aber größer brauchte. Wie das so ist war das Original, aus dem die kleine Datei generiert wurde, nicht mehr zu finden...

Das Bild in der Datei ist simpel: weißer Hintergrund, darauf mit schwarz und ein paar Graustufen ein Umriss gezeichnet.

Mein Plan: zuerst in eine .svg Datei konvertieren - die ist dann skalierbar - und dann wieder zurück in ein Pixel-Format.

Mit GIMP geht das nicht - jedenfalls kann GIMP aus den Quellen unter Ubuntu 12.04 kein .svg speichern. Was installieren wollte ich nicht, zumal ich dann erst mal hätte lesen müssen, welches Prog das kann. Also flux Tante Google befragt und zur Webseite http://image.online-convert.com/ gelangt. Dort kann man ziemlich viel Formate - nicht nur Grafiken - konvertieren. Online & kostenlos.

Und: hat gut funktioniert! Bei der Konvertierung von JPG -> SVG gibt's diverse Optionen wie Anzahl der Farben, Kantenglättung usw. Beim Wandeln von SVG in ein Pixelformat kann man die Zielgröße, Auflösung in DPI und ein paar andere Sachen einstellen. Alles sehr schön und einfach zu bedienen. Und nach ein paar Sekunden bekommt man das konvertierte Bild zum Download.

Wer ab und an ein Datei konvertieren muss, für den ist die Seite sicherlich ein heißer Tipp!

Montag, 1. Oktober 2012

Pennywise "All or Nothing"- Rezension

Ok, ok - das Album ist nicht mehr neu. Erschienen am 1.5.2012, also heute genau vor fünf Monaten. Gekauft habe ich es vor ca. zwei Wochen. Hätte ich vorher gewusst, wie gut das ist, hätte ich es am 1.5. schon gekauft.

Pennywise höre ich schon sehr lange, so seit Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrtausends ;-) . Nur waren alle Alben nach "Staight Ahead" nach meinem Geschmack nicht mehr sooo dolle. "The Fuse" (2005) und "Reason to believe" (2008) habe ich mir gar nicht mehr gekauft. Ein Indiz dafür, dass die Luft raus war, ist auch die Trennung des Sängers Jim Lindberg von der restlichen Band 2009.

2012 kam dann das neue Album "All or Nothing" mit dem neuen Sänger Zoli Teglas, seines Zeichens auch Sänger bei Ignite. Von Ignite habe ich auch Sachen. Nicht schlecht, aber nach meinem Geschmack auch nicht der Kracher. Daher war ich skeptisch bei der neuen Pennywise.

Aber: alles Quatsch! Pennywise ist wieder da, und das richtig. Endlich wieder straighter Melodic Hardcore mit sehr gutem Gesang von Zoli, der auch anders (=besser!) als bei Ignite klingt. Passt sehr gut zusammen. Tempo-mäßig spielt Pennywise ja so wie so in der schnelleren Liga, so auch auf diesem Album. Und es gibt auch einige Stücke, die recht "catchy" sind, ohne poppige zu wirken (wie z.B. das 5. Stück namens "Let us hear your voice" - einer meiner Favoriten). Ansonsten gibt's noch schöne Singalongs und Crew-Vocals.

Fazit: Sehr gutes Punkrock / Melodic Hardcore Album. Meines Erachtens das beste, was Pennywise seit über 10 Jahren abgeliefert haben.

Bob Mould "Silver Age" - Rezension

Bob Mould ist in der Alternative Musikszene hinreichend bekannt. Als Mitglied der heutzutage legendären Band Hüsker Dü und auch als Gründer und Kopf der (sogar kommerziell erfolgreichen) Band Sugar.

Hüsker Dü existiert seit 1987 nicht mehr und Sugar seit 1995. Bob Mould war seitdem musikalisch stets aktiv. Aber, sagen wir mal so: der kreative Output war nicht immer wirklich nach dem Gusto der Liebhaber von Hüsker Dü und Sugar.

Mit dem aktuellen, heute erschienen Release ändert sich dies jedoch mit Sicherheit: "Silver Age" heißt das aktuelle Album - und das vereint das beste von Hüsker Dü und Sugar. Spielfreudiger, straighter Alternative Rock mit durchaus poppigen Einschlag. Sehr gut und abwechlungsreich - und einfach - zu hören. Im Vergleich zu Sugar ist das Songtempo durchweg etwas höher. Macht aber nichts - dadurch rockt es ein wenig mehr.

Fazit: Bob Moulds kann's also immer noch. Wer Hüsker Dü oder Sugar mag, der sollte sich diesen Release auf jeden Fall zulegen. Es lohnt sich!

Wieder den Audioplayer wechseln - Dank Amazon?

Im April diesen Jahres hatte ich hier im Blog geschrieben, dass ich aufgrund diverser Enttäuschungen mit Rhythmbox wieder zu Banshee gewechselt bin (Link zum Artikel). Nun, es steht vielleicht wieder ein Wechsel an. Wobei ich das eigentlich gar nicht will - ich mag eher Systeme, die out-of-the-box laufen.

Banshee an sich kann noch nicht mal was dafür, dass ich wechsele. Banshee an sich ist ok - macht das, was es soll. Der Grund ist  vielmehr, dass Amazon den MP3-Shop geändert hat, so dass der Download via Banshee Plugin nicht mehr funktioniert.

Bis Ende September hat das so funktioniert: Das Plugin in der Menüleiste links wählen, gewünschtes Album / Lied / ... suchen und kaufen. Dann startet der Download und die Titel sind in der Bibliothek. Schön einfach. Seit der Umstellung funktioniert das alles auch bis nach dem Kauf. Dann passiert... nix. Neu ist der Hinweis auf den "Amazon Cloud Player". Wenn man den Download dort aus Banshee heraus starten will erhält man ein lapidares Hinweisfenster, dass das Herunterladen von mehreren Dateien unter Linux nicht mehr unterstützt wird. Wohlgemerkt, nachdem man den Kauf getätigt hat. Warum der Hinweis erst dann kommt ist im Moment das Geheimnis von Amazon. Frech ist das aber schon.

Gut, die Dateien - und das Geld - sind natürlich nicht weg. Wenn man via Browser auf die Amazon-Seite geht, sich einloggt und dann den Cloud Player ansteuert, kann man die Dateien herunterladen. Aber nur einzeln. Es ist wie ein "normaler" Dateidownload. Null Integration in den Audioplayer, bzw. Banshee. Alternative Workarounds findet man auch in diesem Thread im Forum von ubuntuusers.de .

Klar ist eine Alternative zu Amazon das Ubuntu One Store. Nur: Das hat (keine mir bekannte) Integration in Banshee unter Ubuntu 12.04. Und ist nun mal schlechter bestückt als Amazon.

Also, was tun? Wieder CDs kaufen? Dauerhaft keine echte Alternative ;-) Im Moment sieht es wohl eher so aus: Rhythmbox für Einkäufe im Ubuntu One Store, Amazon "wie früher" über den Browser - und was als Audioplayer? Ein heißer Kandidat ist Quod Libet.  Nutze ich auch unter Windows (wenn ich's mal benutze) und meiner "mal schnell was Testen" Installation von Ubuntu 12.04. Oder vielleicht funktioniert Rhytmbox unter Quantal wieder ootb so, wie es funktionieren soll...

Donnerstag, 13. September 2012

U1DB

U1DB ist Canonicals neue Datenbank zum Speichern und Synchroniseren von Daten. Synchronisieren heißt hier, dass "Desktop Daten" wie z.B. Kontaktdaten aus dem E-Mail Programm oder Kalenderdaten zwischen verschiedenen Rechner - und auch einem Serverdienst wie z.B. UbuntuOne - abgeglichen werden können. Wobei U1DB an sich die API beschreibt, und nicht die Datenbank selber.

Solche Dienste gibt es aber bekanntlich bereits - wozu programmiert Canonical also an einer eigenen Lösungen (die übrigens von Anfang an OpenSource ist und unter GNU LGPL v3 Lizenz steht)? Nun, neu ist die Synchronisation unter Ubuntu nicht. Genau genommen gibt es die schon länger, U1DB ist aber der 2. Anlauf. Grund: der 1. ist zwar nicht gescheitert, wurde aber wegen Problemen aufgegeben. Die 1. Variante setzte auch CouchDB als Datenbank-Server und lokal auf Desktopcouch. Dieser Ansatz war auch komplett in die Ubuntu Desktop Installationen integriert, wurde dann aber nach dem Release von Ubuntu 11.10 als "Auslaufmodell" deklariert, weil es bei Canonical zu Skalierungsproblemen mit CouchDB kam, die sich wohl nicht lösen ließen (wer darüber mehr erfahren möchte sollte einfach "ubuntu couchdb" als Suchbegriff in die Suchmaschine seiner Wahl eingeben). Der Nachfolger, und damit 2. Anlauf, ist jetzt U1DB. In Ubuntu 12.04 LTS konnte die Lösung noch nicht intergriert werden, dazu war die Zeit zu knapp. Für den kommenden Ubuntu Release 12.10 gibt es wohl eine Intergration, jedenfalls gibt es bereits fertige Pakete in den offiziellen Quellen.

Was heißt das jetzt für den Desktop-Nutzer? Nun, erst Mal nichts, da die Synchronisation der Daten transparent erfolgt, d.h. man selber hat keinen direkten Kontakt zu U1DB. Interessanter sind da schon die Pläne von Canonical, was die Integration in andere Betriebssysteme angeht. Diese sind nämlich recht ehrgeizig. U1DB soll - früher oder später - für alle gängigen Systeme verfügbar sein, also neben Linux auch MacOS, Windows, Android, iOS und eine Web-Schnittstelle. Dazu soll U1DB in Python, C, Vala, Go, C, C#, Objective C, Java und JavaScript umgesetzt werden. Die Implementierung in Python und C läuft, der aktuelle Release (Stand: 13.9.2012) ist 0.1.3. An der Vala und Go Umsetzung wird gearbeitet, es gibt aber noch keine Releases.

Schaut man in die API und Technik von U1DB, gibt es eine Reihe von Ähnlichkeiten mit CouchDB. Die Datenbank speichert text-basierte Daten im JSON-Format (ebenso wie CouchDB) - und ist alleine darauf ausgelegt. Binäre Daten (wie z.B. Bilder, Musik etc.) können nicht gespeichert werden. Des Weiteren beherrscht U1DB Mehrwege-Replikation inklusive Konfliktmanagement zwischen Datenbanken / Servern. Ein Feature, das CouchDB ebenfalls besitzt. Scheinbar war man bei Canonical mit der Funktionalität von CouchDB zufrieden und hat sich an diese angelehnt, wobei es keinerlei Kompatibilität gibt.

Als Speicher setzt U1DB lokal auf den meisten Plattformen auf die SQLite Datenbank. Was in sofern auch Sinn macht, als das Python, Android und iOS diese direkt mit an Bord haben. Auf der Projektseite wird aber betont, dass auch andere Datenbanken als Backend möglich sind. Die Go-Implementierung soll z.B. auf MongoDB setzen und auch über das Internet zugängliche U1DB-Server werden wohl eher auf MySQL und andere skalierbare Datenbanken setzen als auf SQLite.

Wie bereits erwähnt ist bisher "nur" die Python-Implementierung (mit in C geschriebenen Teilen fertig). Dies ist auch die Referenz-Implementierung. Wer sich also mit der API beschäftigen möchte, der sollte darauf zurück greifen. Das Python-Modul heißt einfach "u1db" und lässt sich auf bekanntem Wege via pip oder easy_install installieren. Übrigens ist U1DB für Python-Programmierer auch außerhalb von Ubuntu interessant, wenn eine einfache API zur persistenten Speicherung und Indizierung von JSON-Daten gesucht wird.

Zurück zu Ubuntu: U1DB wird unter Ubuntu sicherlich der kommende Standard zur Synchronisation von Daten. Wie gesagt, für den Nutzer transparent. Da sich U1DB noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet ist im Moment offen, wenn die API als stabil deklariert wird und die volle Integration in den Desktop abgeschlossen ist.