Freitag, 26. April 2013

Raring Ringtail - der erste Kontakt

Gestern, am 25.4.2013, ist wie geplant die neue Ubuntu Version 13.04 mit dem Namen "Raring Ringtail" erschienen.

Heute habe ich dann meinen privaten Laptop upgegraded (der Laptop, den ich auch beruflich nutzte, läuft immer "nur" auf LTS-Versionen). Das Upgrade über die graphische Paketverwaltung lief völlig problemlos durch, keine Probleme hier.

Nach dem ersten Start präsentiert sich Raring Ringtail erst Mal unspektakulär, keine großen optischen Änderungen - aber eine Reihe von kleinen. Nautilus heißt jetzt "Dateien" und hat ein neues Icon im Starter. Ubuntu One hat ein eigenes Icon (natürlich eine Wolke) in der Indicator-Liste. Aus Rhythmbox, dem Standardaudioplayer von Ubuntu, wurde jetzt nach Amazon auch der Ubuntu One Shop entfernt. Dieser ist via Ubuntu One aber natürlich noch verfügbar.

Diverse Programme wurden aktualisiert, aber - ebenso wie die Optik - alles unspektakulär. Jedenfalls das, was ich bis jetzt gesehen habe.

Mit einer Ausnahme: Nautilus. Hier gab es im Vorfeld wohl diverse Diskussionen bei Canonical, ob man in Ubuntu 13.04 die aktuelle Version von Nautilus 3.6.x einbauen soll, oder bei 3.4.x, welche in Ubuntu 12.10 enthalten ist, bleiben soll. Grund: Die Entwickler von Nautilus haben mit der Version 3.6 den Funktionsumfang deutlich reduziert.

Erster Eindruck, nach 10 min probieren und geklicke in "Dateien": ganz übel, im Sinne von übler Rückschritt! Jetzt habe ich Nautilus mit Sicherheit nicht bis in letzte ausgenutzt, aber es selbst für mich auffällig, dass hier an einigen Stellen stark gekürzt wurde.
Am "schlimmsten" finde ich, dass die Zwei-Spalten Ansicht komplett entfallen ist. Das macht das Hin- und Her-Kopieren von Dateien zwischen zwei Verzeichnissen oder Laufwerken unnötig aufwendig. Entweder muss man wieder mit Copy&Paste arbeiten oder mit zwei Fenstern von Nautilus.
Weiterhin wurden die Menüs ziemlich drastisch reduziert. Es gibt nur noch ein Menü mit den wichtigsten Punkten ("mit Server verbinden", "Orte eingeben", "Lesezeichen" und "Einstellungen"), alles andere ist nur noch via Rechtsklick aufrufbar.
Auch wenn ich bisher Ubuntu quasi nur in der out-of-the-box Installation genutzt habe muss ich mal schauen, ob mittelfristig bei mir nicht doch ein anderer Dateimanager Einzug halten wird...

"Lohnt" sich jetzt das Update auf Raring? Sagen wir so: Es gibt zwar keinen entscheidenden Grund, von Quantal auf Raring upzugraden - aber auch sicherlich keinen, es nicht zu tun. Zumal Ubuntu ja auch immer nur das Upgrade auf die unmittelbar folgende Version zulässt (und von LTS auf LTS),  so dass man für ein späteres Upgrade auf Saucy so wie so Raring installiert haben muss.

Ach ja: Der Support für Raring endet nach nur noch 9 Monaten, also Ende Januar 2014 - vor dem nächsten LTS-Release. Wer also auf Raring aktualisiert wird um ein späteres Upgrade auf Saucy nicht umhinkommen, sofern er nicht drei Monate ohne Support auskommen will.




Kommentare:

  1. letzter Abschnitt: Januar 2014, bitte korrigieren, danke.

    AntwortenLöschen
  2. Zu Nautilus(Files). Dieser unterstützt auch Tabs, ich arbeite viel damit und habe deswegen noch nie die 2-Spaltenansicht benötigt. Strg+Shift+T , gewöhnt man sich schnell dran.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich komme aus der Zeit, als der Norton Commander das Maß der Dinge in Sachen Dateimanager war. Zwei Spalten ist also ein Muss ;-)

      Löschen
  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  4. Dann brauchst du mc. :-P

    Das die Zwei-Spalten-Ansicht in Nautilus 3.6 entfällt, ist bereits seit Monaten bekannt. Kritik dazu wurde von den GNOME-Entwicklern mit der Bemerkung, dass sich Tabs ja schnell öffnen lassen, abgetan.

    Inzwischen gibt es sogar einen Fork von Nautilus 3.4.x namens Nemo.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ich bin sehr froh gibt es Nemo. Nutze es hier mit dem PPA seit langem unter Ubuntu...

      Löschen
  5. Ich hab' seit der Einführung der Tabs die Spaltenansicht nicht mehr gebraucht. Und in diesem einem Punkt kann ich die Gnome-Entwickler verstehen.

    Und so ganz nebenbei: Abgesehen von den Dateimanagern im mc Style gibt es echt wenig Dateimanager, die noch die Spaltenansicht beherrschen. So aus dem Stand fällt mir nur Dolphin ein. Und Thunar (Xfce) und PCmanFM (LXDE) können das jedenfalls nicht.

    Mir fällt gerade noch Andromeda ein. Das ist ein kleiner Dateimanager auf Qt-Basis ohne Abhängigkeiten von KDE. Sollte also problemlos unter Unity einsetzbar sein. Ich hab nur keinen blassen schimmer, ob das Ding in den Ubuntu-Repos ist. :)

    AntwortenLöschen